Lebendige Traditionen
Traditionen im Jahresverlauf auf Juist
Alt, aber so was von nicht verstaubt.
Freundschaft fürs Leben
Dieser Artikel ist die Online-Version eines Beitrags, der ursprünglich im gedruckten Katalog / Urlaubsmagazin „Freundschaft fürs Leben“ Nr. 5 mit dem Oberthema Gezeiten im Herbst 2026 erschienen ist. Das gedruckte Magazin erhältst du kostenfrei in unseren Tourist-Informationen. Dauerhaft kostenfrei findest du alle Artikel hier im Online-Magazin Seezeichen. Informationen in diesem Artikel können veraltet sein. Wir übernehmen keine Gewähr für die hier gemachten Informationen.
Das Erworbene zu wahren wissen.
Ovid
1. Quartal: Januar | Februar | März
2. Quartal: April | Mai | Juni
3. Quartal: Juli | August | September
4. Quartal: Oktober | November | Dezember


Neujahrsschwimmen
Zum Start ins noch frische Jahr geht es bei meist stürmisch-kalten Bedingungen unter Aufsicht der Rettungsschwimmer und Rettungsschwimmerinnen einmal schnell ins eiskalte Nordseewasser. Der Elan der Gruppe steckt an. Du denkst, das könntest du nicht? Ach was, probier’s einfach mal aus. Davor und danach wärmst du dich im Schwimmbad und der Sauna auf. Ein absolut grandioser Start ins neue Jahr.
Vielleicht liegt genau darin der Reiz: Für ein paar Sekunden braucht es Überwindung und danach ist man so stolz auf sich selbst!
Osterfeuer
Das Osterfeuer ist in vielen Gebietenein beliebter Brauch. Auf Juist gibt es zwei Osterfeuer, eines am Hafen und eines im Loog. Beim Juister Osterfeuer sorgt besonders die Puppe auf dem Feuer für Aufmerksamkeit: Sie wird verbrannt und symbolisiert dabei das Ende des Winters.
Fun Fact: Nur mit dieser Puppe ist es ein Brauchtum. Sonst ist ein Osterfeuer einfach ,,nur“ ein Osterfeuer.
Aufstellen des Maibaums
Am Vorabend des ersten Mai versammeln sich die Juister*innen im Westdorf vor dem Deichhotel Rose (früher: Hotel Westend). Dort stellen sich die Mitglieder der Vereine auf – festlich gekleidet in Uniform, Tracht oder besonderer Aufmachung. In einem stimmungsvollen Umzug ziehen sie anschließend von dort zum Kurplatz. Und der Maibaum ist auch was Besonderes, denn er darf gestohlen werden und muss daher bewacht werden: Jedes Jahr bewacht ein Verein den Juister Maibaum. Mindestens eine Hand mussam Baum sein, die ganze Nacht durch bis 06:00 Uhr in der Frühe. Ein Maibaum gilt dann als gestohlen, wenn mit der Schippe am Baum drei Hiebe gemacht werden und niemand von den Bewacher*innen eine Hand am Baum hat. Der Baum kann dann von der Insel abtransportiert werden. Tatsächlich wurde der Juister Maibaum schon mal gestohlen. Aber das ist lange her! Und dann kann man den Baum natürlich auch wieder bei den ,,Räuber*innen“ auslösen, zum Beispiel mit einer Kiste Bier. Eine Nacht lang wird aus einem Baum ein Gemeinschaftsprojekt mit Wachen, Gesprächen, Geschichten und ziemlich wenig Schlaf.
Maifeier im Loog
Auch der zweite Juister Ortsteil, das Loog, feiert natürlich den Mai. Mit Pauken, Trompeten, Tanz, Gesang und Getränken wird der Wonnemonat eingeleitet. Auch ein Baum wird selbstverständlich aufgestellt. Die Maifeier im Loog ist ein absolutes Muss! Wer Juist noch nicht kennt, entdeckt hier schnell eine zweite Seite der vermeintlich stillen Insel: Juist ist nicht nur Ruhe und Weite, sondern auch gemeinsam feiern.


Aufstellen der Arge im Watt
Im Wattenmeer wird noch traditionell gefischt mit einer Arge von der Juister Fischereigesellschaft, NO.PO.NI.RE AG. Wer sich hinter diesem Kürzel versteckt und was die ,,NOPO“ alles so macht, erzählen wir dir in unserem Online-Magazin ,,Seezeichen“. Die Arge ist quasi eine v-förmige Anlage, in deren Mitte ein Netz hängt, in dem die Fische gefangen werden. Die Arge wird jedes Jahr neu gestellt, am besten früh genug, um die Maischolle fangen zu können.
„Hut ab!“
Wer den Inselabend noch kannte, der findet ihn in neuer Aufmachung auf dem Kurplatz. Hier zeigen die Juister Vereine, was sie das ganze Jahr über einstudieren. Tradition lebt in allen Belangen hoch! Mit dabei sind die traditionellen Lieder des Shanty-Chors und die Volkstanz- und Trachtengruppe, die klassische Traditionen feiern. Neue Traditionen sind die Auftritte der Linedancer ,,Crows in Line“, des Musikzugs der Freiwilligen Feuerwehr und der Auftritt der Theatergruppe ,,Antje Möh“. All diese Vereine stellen gemeinsam bei ,,Hut ab“ ein tolles Programm auf die Beine, treten aber auch individuell auf.
Martini
Das Martinifest ist leicht erklärt: Erst geht’s in die Kirche, dann verkleidet mit Kind, Kegel und allem, was dazu gehört, durch die Geschäfte der Insel. Wo das Kind ein Lied singt (am liebsten auf Platt das bekannte Lied ,,Mien Lüttje Lateern“), gibt’s eine kleine Aufmerksamkeit. Der Brauch ist dem Martinssingen nicht unähnlich. Fun Fact dazu: Auf Juist geht Martini immer um 15:17 Uhr los nach einem Gottesdienst in der Kirche. Warum? Weil in diesem Jahr die 95 Thesen Luthers das Licht der Welt erblickten. So steckt selbst in einer Uhrzeit ein kleines Stückchen Geschichte!
Knobeln und Verknobelung
Ein typisch ostfriesischer Brauch: Man trifft sich in Lokalen, Gaststätten oder Läden (hier auf Juist gibt’s das Knobeln eigentlich nur noch im Hafenrestaurant). Beim Knobeln würfelt man um Gewinne, jeder Spieler und jede Spielerin muss einen Einsatz bringen (meist so circa einen bis zwei Euro), damit er oder sie um den Gewinn – Schinken, Wurst, Süßigkeiten oder sonst etwas – würfeln darf. Wie gewürfelt wird, ist dabei unterschiedlich: Mal gewinnt die höchste Zahl, mal die niedrigste, mal ist es ein Spiel um Pasch oder sonst eine bestimmte Würfelart. Wer den Wurf gewinnt, erhält den Gewinn. Knobeln ist immer eine große Sause, bei der viele Insulaner und Insulanerinnen aufeinandertreffen und sich im freundschaftlichen Wettkampf messen.
Der Nikolaus kommt
Auf Juist kommt der Nikolaus natürlich standesgemäß mit der Pferdekutsche: Feierlich geschmückt und mit ,,Stutenkerlen“ ausgestattet, zieht der Nikolaus mit seinem Begleiter, Knecht Ruprecht zur Schule und zum Kindergarten, um dort die Kinder abzuholen und mit allen gemeinsam zum Rathaus zu laufen. Dann wird dem Bürgermeister noch ein Besuch abgestattet. Diejenigen Kinder, die ein Gedicht vortragen, tanzen oder singen, bekommen als Anerkennung einen Stutenkerl (den man in anderen Landesteilen vielleicht als ,,Weckmann“ kennt). Und woher kommt dieser Stutenkerl? Na ja, er wird frisch gebacken auf der Insel von den fleißigen Helfern des Nikolaus.



Veranstaltungen und Events auf Juist
Alle Informationenzu diesen und vielen weiteren Veranstaltungen findest du auf juist.de. Halte dich dort immer gerne auf dem Laufenden!

