
Seehund auf Sandbank
Dein Impuls:
Gestern hast du deiner inneren Uhr eine kleine, echte Antwort gegeben. Heute erwartet dich eine ruhige Übung, in der du dich weich tragen lassen darfst.
Im Wattenmeer leben Seehunde. Manchmal liegen sie auf einer Sandbank. Still. Als würden sie dem Tag nichts beweisen müssen.
Vielleicht berührt dich das, weil es so unverhandelt wirkt. Nicht „ich sollte“. Nicht „ich müsste“. Nur: Hier liege ich. Hier atme ich.
Heute nehmen wir uns diese Ruhe als Kontrast. Nicht um träge zu werden. Sondern um weich zu werden.
Erstens: Setz dich hin. Spür den Punkt, an dem du getragen wirst. Stuhl. Boden. Bett.
Zweitens: Lass die Schultern sinken. Nur einen Zentimeter. So, als würdest du dich hinlegen, ohne zu kippen.
Drittens: Sag innerlich einen Satz, der dich nicht antreibt. Zum Beispiel: „Ich darf gerade liegen“. Oder: „Ich muss nichts festhalten“.
Bleib für fünf Atemzüge bei diesem Satz. Wenn Gedanken kommen, dürfen sie am Rand sitzen. Wie Möwen am Wasser. Du musst sie nicht füttern.
Wenn du willst, mach es noch klarer. Sag beim Einatmen: „Hier.“ Sag beim Ausatmen: „Jetzt.“ Fünf Mal.
Vielleicht merkst du: Ruhe ist nicht das Ende. Ruhe ist eine Basis. Und von einer Basis aus wird der nächste Schritt leichter.
Gut, dass du heute weich werden durftest. Morgen schauen wir auf einen Atem, der kurz auftaucht und wieder geht.
Das waren deine Meerblicke von Juist für heute. Schön, dass du da bist.
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