
Salzwiesen
Dein Impuls:
Gestern hast du etwas Kleines losgelassen, ohne dich zu zwingen.
Auf Juist liegen Salzwiesen wie ruhige Flächen am Rand. Nicht geschniegelt. Nicht laut schön. Eher still widerständig. Sie nehmen Salz an, und sie bleiben trotzdem lebendig.
Vielleicht ist das das Bild für heute. Du musst nicht „süß“ sein. Du darfst trotzdem okay sein. Du darfst Kante haben. Und trotzdem weich bleiben.
Heute gehen wir in die Sinne. Und wir üben ein „Ja“ zu dem, was gerade da ist.
Erstens: Reib deine Handflächen langsam aneinander. Spür Wärme. Spür die Haut.
Zweitens: Halt die Hände vor dein Gesicht. Atme einmal ein. Was riechst du? Vielleicht Seife. Vielleicht Papier. Vielleicht gar nichts.
Drittens: Such eine winzige Nuance, die okay ist. Ein Hauch Wärme. Ein bisschen Luft. Ein neutraler Geruch. Bleib zehn Sekunden dabei.
Und dann noch etwas: Spür, wie du sitzt. Wie dein Körper getragen wird. Ein Stuhl. Ein Boden. Ein Bett. Nur diese Stütze. Für fünf Atemzüge.
Das ist kein „Schönreden“. Es ist ein Kontrast: Nicht alles muss angenehm sein, damit du da sein darfst.
Wenn heute etwas in dir „salzig“ ist, ist das nicht falsch. Du musst es nicht wegbügeln. Du darfst es wahrnehmen, und trotzdem leben.
Und vielleicht nimmst du dir einen Satz mit. „Ich darf echt sein“. Sag ihn einmal. Ganz schlicht.
Gut, dass du heute Nuancen gefunden hast, statt nur das Ganze zu bewerten. Morgen lehnen wir uns an eine Landschaft, die aus Sand geformt ist.
Das waren deine Meerblicke von Juist für heute. Schön, dass du da bist.
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