Müllkutsche

Müllkutsche

Dein 10. Impuls

Dein Impuls:

Gestern hast du „Danke“ gesagt, ganz still, an das, was dich trägt.

Auf Juist wird sogar Müll oft mit der Kutsche abgeholt. Es ist ein Bild, das mich weich macht: Auch das Unschöne bekommt einen Platz. Es wird nicht beschimpft. Es wird eingesammelt. Und dann darf es gehen.

Ich mag daran, dass es so praktisch ist. Kein Drama. Keine große Geschichte. Nur: Das gehört nicht mehr zu mir. Und ich darf es abgeben.

Heute üben wir das im Atem. Ohne Drama. Nur als kleine Reinigung.

Erstens: Setz dich hin. Leg eine Hand auf den Brustkorb. Spür den Kontakt.

Zweitens: Beim Einatmen sag innerlich: „Ich nehme wahr.“ Beim Ausatmen: „Ich lasse gehen.“ Ganz leise.

Drittens: Denk an eine Sache, die du heute loslassen willst. Nicht die größte. Eine kleine. Ein Satz im Kopf. Ein Rest Ärger. Ein „Ich hätte…“.

Atme drei Mal damit. Du musst es nicht wegdrücken. Du gibst ihm nur eine Richtung: hinaus.

Wenn es wiederkommt, ist das normal. Dann sammelst du es eben noch einmal ein. Sanft. Ohne Kommentar.

Zum Schluss stell dir vor, du stellst etwas an den Rand. Wie eine Tüte, die abgeholt wird. Du musst nicht wissen, wohin es geht. Du musst nur wissen: Es darf weg.

Gut, dass du heute etwas gehen lassen konntest. Morgen berühren wir eine Landschaft, die zwischen Land und Meer liegt.

Das waren deine Meerblicke von Juist für heute. Schön, dass du da bist.

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