Wellenrollen

Wellenrollen

Dein 2. Impuls

Dein Impuls:

Gestern hast du dem Atem Raum gegeben, ohne ihn festzuhalten.

Auf Juist kann das Meer minutenlang dasselbe sagen. Nicht laut. Nur beharrlich. Welle für Welle. Es ist kein Drängen. Eher ein Erinnern: Alles kommt. Alles geht.

Manche Wellen sind weich. Manche haben Kante. Und doch bleibt das Muster simpel. Kommen. Gehen. Kommen. Gehen.

Heute üben wir das Hören. Auch wenn du gerade nicht am Wasser bist.

Erstens: Such dir ein Geräusch in deiner Nähe. Vielleicht Heizung, Kühlschrank, Regen am Fenster. Etwas, das von selbst weiterläuft.

Zweitens: Stell dir vor, dieses Geräusch sei eine Welle. Sie hebt sich. Sie fällt. Du musst nichts daraus machen. Du hörst nur, wie es sich verändert.

Drittens: Gib jeder „Welle“ innerlich ein leises Wort. „Da.“ beim Kommen. „Weg.“ beim Gehen. Mehr nicht.

Wenn ein Gedanke dazwischenruft, hör ihn kurz mit. Und dann kehr zurück zum Rollen. Wie ans Ufer, das nicht wegläuft.

Du musst nichts „richtig“ hören. Es reicht, wenn du wiedererkennst: Da ist etwas, das weitergeht. Und du darfst für einen Moment mitgehen.

Du hast dir heute einen stillen Anker gesetzt. Morgen lauschen wir einem Klang, der über Straßen trägt.

Das waren deine Meerblicke von Juist für heute. Schön, dass du da bist.

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